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Unsere Geschichte

1. Teil: Von 1646 – 1699

Im Jahre 1646 pflanzte Stoffel Güller ein Stück Reben beim Bergtröttli, Hans Heinrich Bürgler 1 Juch. beim Bergtröttli. 1667 war das Berg-Tröttli auf der Zürcher Karte von Johann Conrad Gyger eingetragen. 1670 erliess Abt Benedikt Staub (1617-1672) eine Ordnung für den «Trottmeister im dem Berg-Trödtlin». 1693 war das Berg-Tröttli auf der Karte «Geometrischer Grundriss aller Marken dess Gotteshauses Wettingen» eingezeichnet.

1699 erweiterte Abt Basilius Reuty von Wil (1646-1703) das Rebgelände um das Bergtröttli durch Ankauf einer Jucharte Reben unterhalb desselben für 400 Gulden. Das Areal beim Bergtröttli umfasste damals ca. 20 Jucharten mit der sinngemässen Bezeichnung «Heerenberg», gehörten doch die Reben an bester Lage unseres Rebberges den Kloster-Herren.

1700

Aus dem «Weinbüchlein des Klosters» sind uns die Ertragszahlen aus dem ganzen Rebberg bekannt. Damals wurden unter Trottenmeister Jogli Oertli im Bergtröttli 164 Saum, 10 Viertel und 3 Mass (ca. 25000 Liter) ausgepresst.

1725

Unter dem Abt Alberich I. Beusch (1682-1745) wurde das alte Bergtröttli mit dem Trottbaum aus dem Jahr 1688 abgetragen. Dieser Trottbaum wurde in die neue, den gesteigerten Bedürfnissen besser dienende, Trotte eingebaut. An der westlichen Aussenmauer, direkt über dem Haupteingang, wurde die Abtwappen-Tafel mit der Jahreszahl 1725 eingemauert. Die neue Trotte war mit 32 Standen versehen und nur für die Klosterreben bestimmt.

1767

Ein in der «Bergtrotte» aufgehängtes Tableau enthielt folgenden Vers samt Angabe der Weinqualität vom Jahre 1767-1800 aus 24 Jucharten Herrenberg und Teilreben.

1841

Am 13. Januar wurde das Kloster aufgehoben, und am 28. Januar mussten der Abt und seine Mitbrüder das Kloster verlassen. Der Staat Aargau nahm das Klostergut, also auch unsere Bergtrotte, zu getreuen Handen.

1845

Steigerungsbedingungen über die Bergtrotte nebst dem dabei stehenden Brunnen und ca. 20506 Rebland und Platz vor der Trotte, mit Trottgeschirr, 16 Trott- u. 2 Rinnstanden.

Diese Objekte werden immer Ziel und Marchen versteigert, u. auf genügenden Erlös hin dem Höchstbietenden überlassen.

  1. Dieselben werden mit den gleichen Rechten, Wegrechten u. Beschwerden abgetreten, wie solche bisher besessen u. benuzt worden; die Reben sind grundzinsfrei hingegen zehentpflichtig.
  2. Das höchste Angebot bildet die Kaufsumme, und diese ist in zehn gleichen aufeinander folgenden Jahreszahlungen an den Verkäufer abzutragen.
  3. Nutzen und Schaden für den Käufer beginnen mit Martini 1845 mithin verfällt die erste Zahlung u. der erste Zins mit Martini 1846. à 4% innert 2 Monaten nach dem Verfalltag, später aber à 5%. Es steht aber dem Käufer frei, in weniger als 10 Jahren Zahlung zu leisten, nur darf eine Abschlagszahlung nicht geringer sein, als der Betrag eines ganzen vertragsmässigen Termins.
  4. Das Verkaufte bleibt bis zur gänzlichen Tilgung der Kaufsumme unterpfändlich verhaftet. Ueberdies hat der Käufer noch annehmbare Bürgen zu stellen, welche bis zur gänzlichen Tilgung der Kaufsumme sich solidarisch verpflichten. Ist der Käufer ein Kantonsfremder so hat er entweder aargauische Bürgen zustellen oder den dritten Theil der Kaufsumme in die Fertigung baar zu erlegen.
  5. Der Käufer übernimmt die Fertigungskosten, mit Ausnahme der Schreibgebühren für den Titel, welcher zu Handen des Verkäufers gefertigt wird.
  6. Wird jeder Bieter bei seinem Angebot behaftet.
  7. Die Ratifikation der kompetenten Behörden wird vorbehalten.

Sämtlichen Käufern der Kloster u. Theilreben wird das Recht zugesichert ihre in denselben gepflanzten Trauben, in dieser Trotte auspressen zu können, ebenso wird ihnen die Benützung des Brunnens während der Reben-Arbeiten vorbehalten. Die Verwaltung wird die Reben bis zur Ratifikation bearbeiten lassen, der Käufer hat aber die daherigen sämmtlichen Kosten ohne Ausnahme denselben rückzuvergüten.

Resultat der am 2. März 1845 abgehaltenen Gütersteigerung über die Bergtrotte, Bernau-Reben und die Scheuermatt:

Auf die Bergtrotte mit Trottstanden und sämtlichem Trottgeschirr nebst ca. 20'500 Quadratfuss Rebland wurde geboten von Heinrich Huber von Bubikon, Ct. Zürich, in Baden eingesessen, Fr. 4'325.– . Auf die Reben in Bernau, mit Umgelände haltend lt. Plan 7 Jucharten 14'051 Quadratfuss, erscheint als Höchstbietender Hr. Eduard Dorer, alt Reg. Rath in Baden, mit Fr. 5'415.– . Auf die ca. 21 Jucharten haltende Scheuermadt wurde geboten von Marianus Widmer in Wettingen Fr. 12'131.– .

1846

Anno 1846 erfolgte laut Kaufvertrag vom 2. Mai die Fertigung der Bergtrotte auf den Nachfolger Alphons Dorer, zum Hinterhof, Baden, für die Kaufsumme von Fr. 4'330.– Die in den seinerzeitigen Steigerungsbedingungen auferlegten Benützungsrechte wurden jeweils auf die neuen Käufer übertragen.

1864

Am 20. März wird Konrad Esslinger, alt Stadtrichter von Zürich, neuer Besitzer der Bergtrotte. Der Erwerb erfolgte für Fr. 8'000.– . Der Trottenvorplatz und das umliegende Rebgelände umfassten neu 55'720 Quadratfuss. Dadurch wird die fast verdoppelte Kaufsumme verständlich.

1882

Am 14. Dezember verkaufte Konrad Esslinger die Bergtrotte an die Herren J. R. und C. Hanhardt in Dietikon. Die Kaufsumme betrug Fr. 9'100.–. Die Trotte war unter der Nummer 146 zu Fr. 8'500.– brandversichert. Im Kaufpreis inbegriffen waren Mobiliar, Rebgrundstück, Pflanzland und der Brunnen. Der Flächeninhalt wurde mit 50 Aren und 14 Quadratmetern angegeben. Fr. 1'100.– wurden beim Abschluss bar bezahlt, und für den Restbetrag von Fr. 8'000.– liessen die Käufer eine Grundpfandverschreibung errichten. Zins 4,5%, Kapital beidseits auf 4 Jahre unkündbar.

1902

Unter Gemeindeammann Salesius Egloff (1852-1905) hatte die Einwohnergemeinde die Absicht, die Neue Trotte, das heutige Bauamtsmagazin, in ein Gemeinde-Armenhaus, das auch betagten Bürgern dienen sollte, umzubauen. Der Badener Architekt Otto Bölsterli arbeitete ein Projekt mit Kostenvoranschlag aus. Vorgesehen war der Ausbau von Parterre und erstem Stock.

Von 1883 bis 1903 hatte die Neue Trotte obdachlosen Familien als Unterschlupf gedient. Was die öffentliche Hand nicht zu realisieren vermochte, gelang wenige Jahre später auf privater Basis.

1905

Bereits im ersten Vierteljahr muss der Kaufvertrag der Bergtrotte durch Pfarrer Julius Waldesbühl abgeschlossen worden sein. Im Fertigungsprotokoll, das allerdings erst am 25. Mai erstellt wurde, lesen wir zum Kaufobjekt:

Ein Wohnhaus und Trottengebäude, die sogenannte Herrenberg- oder Bernhardtrotte, von Stein und Holz unter Ziegeldach, im aarg. Brandkataster unter Nr. 146 geschätzt und brandversichert für Fr. 8200.–.

Ca. 89'120 Quadratfuss Hausplatz, Garten und Rebland mit darauf befindlichem und dazugehörendem Brunnen. Dieses Grundstück wird von der «Bergstrassse» durchschnitten und besteht aus zwei Stücken. Das erste Stück grenzt östlich an Johann Meier, Fränzelis, südlich, westlich und nördlich an die «Bergstrasse». Das zweite Stück grenzt östlich zugespitzt an die Strasse, südlich ebenfalls an die Strasse, westlich an Leonhard Brühlmeier, Friedensrichter, und nördlich ausgespitzt wiederum an die Strasse. Schatzung Fr. 8'550.–, Summa-Schatzung Fr.16'750.–. ( Altes Servitut mitbedungen) Kaufpreis Fr. 9'300.–. Verhaftung im 1. Rang Bank in Aarau Fr.1'600.–, Zins ab 1.Mai 1905. Am Fertigungstag bar bezahlt Fr. 7'700.–. Antritt: 1. Mai 1905.

An diesem Kaufe sind mit dem Käufer gemäss abgeschlossenem Separatvertrag vom 1. Mai 1905 als gemeinsame und gleichmässige Mitkäufer und Miteigentümer beteiligt die Herren: Salesius Egloff, Gemeindeammann Johann Egloff, Civilstandsbeamter Johann Meier, Gemeinderat Leonhard Brühlmeier, Friedensrichter Eduard Zehnder, Schmied Bernhard Steimer, Verwalter Josef Huser, Notar alle in Wettingen. Bezüglich der Anzahlung des Zehntloskaufskapitals per Fr. 337.33 ist die Finanz-Direktion anzufragen und haben die Verkäufer falls dasselbe noch ausstehend sein sollte, nachträglich hiefür aufzukommen.So erfolgte der denkwürdige Kauf des Bertröttli.

Wie sah dieses Bergtröttli damals aus?

Im Gegensatz zu allen anderen Kloster-Trotten war das Berg- oder Bernhard-Tröttli zweigeschossig ausgebaut. Im Untergeschoss stand immer noch die alte, vollständige Einrichtung samt Trottgeschirr und 32 Gärstanden. Eine Innentreppe (vermutlich aus Holz) führte zum Obergeschoss. Dieses war unterteilt in eine Wohnung und ein Säli. Die bergseits untergebrachte Wohnung bestand aus Küche, Stube und drei Zimmern. Sie war für den Rebmann reserviert, der mit seiner Familie die ehemaligen Klosterreben im Gebiet des Heerenberges pflegte. Zuletzt war dies eine Familie Spörri, «s' Wysse Chaspers». Das talwärts gelegene Säli diente zur Klosterzeit den Conventualen als Vergnügungs- und Erholungsort.

Während der Lese werden sie dem jungen Wein sicherlich gebührend Referenz erwiesen haben! Die Sälidecke war mit Stukkaturen geschmückt. Beim ersten Umbau blieben diese Decken in den Innensassenzimmern erhalten. Die Butzenscheiben jedoch wurden aus den Sälifenstern entfernt und sollen ins Elsass verkauft worden sein. Dass damals Sinn und Verständnis für die Erhaltung schöner Dinge fehlten, geht auch aus zeitgemässen Protokollen der Kirchenpflege hervor. «Im Jahr des Kaufes wurden im St. Bernhard-Tröttli noch 40 hl Wein geerntet und in die «Krone» nach Dietikon verkauft. Fehljahre und die Zeitumstände machten den Weinbau für das Asyl bald unrentabel, weshalb man die Reben rodete.»

Umgestaltung des Bergtröttlis in ein Altersasyl

Es war die bestimmte Absicht der Käuferschaft, aus dem Bergtröttli ein Altersasyl (damalige Bezeichnung für Altersheim) für betagte Wettinger zu errichten. Pfarrer Julius Waldesbühl, der grosse Förderer der Raiffeisenbewegung im Kanton Aargau, bewies auch hierin sein organisatorisches Geschick. Einerseits wurden Pläne für den Innenausbau erstellt und überprüft und Verhandlungen mit den Handwerkern aufgenommen, anderseits galt es, die Personalfrage möglichst rasch zu lösen.

Julius Waldesbühl, Dekan

1865 – 1932 Ehrenbürger Pfarrer in Wettingen
1899 – 1931 Gründer Raiffeisenkasse Wettingen Initiant St. Bernhard

Wettingen, den 26. April 1905

Wohlehrwürdige Frau Mutter M. Paula Beck Generaloberin in Menzingen

Ich erlaube mir, Ihnen die Nachricht zukommen zu lassen, dass nun hier der Kauf des Hauses, in welchem die Krankenschwestern Logis nehmen können, zur Tatsache geworden ist. Und es ist uns gelungen, den Kauf sehr vorteilhaft abzuschliessen, indem wir für das grosse Gebäude samt 75 Aren Reben in bester Lage nur Fr. 9300.– bezahlen müssen. Der Reinertrag der Reben sollte zur Verzinsung und Amortisation ausreichen. Notwendige bauliche Änderungen wären im Einverständnisse mit den Insassen vom Krankenpflegeverein auszuführen. Das Gebäude ist 350 Meter von der Kirche entfernt, 425 Meter über Meer erhöht stehend mit Aussicht über das Dorf, Limmatthal bis nach Menzingen und ins Gebirge. Ein kleiner Garten ist bereits da; wenn gewünscht würden noch Reben ausgehackt zur Vergrösserung. Das Gebäude enthält im Parterre: Trottraum und Stallung; im ersten Stock: Küche, Stube und drei Zimmer und einen Saal von 7 Metern Breite und 12 Metern Länge. Ein laufender Brunnen ist vor der Haustüre und gehört zum Hause; mit geringen Kosten könnte das Wasser direkt in die Küche geleitet werden.

Nun fehlt aber noch die Hauptsache, nämlich die Schwestern, die das Haus bewohnen sollen, um von da aus den Kranken ihren Beistand zu leisten – oder auch eine Schwester, welche eine Kleinkinderschule oder Lernhaushalt im Hause (Saale) leitete. Daher möchte ich nun bitten, mir baldmöglichst Krankenschwestern zur Verfügung zu stellen. Wie dann deren Ankunft gewiss ist werde ich einen Verein gründen, der für Entschädigung der Schwestern etc. sorgt.

Sollte für den Herbst dies schon möglich sein, so wäre es angezeigt, wenn im Laufe des Sommers eine kundige Schwester hieher käme, um Rat zu erteilen bezüglich der wünschbaren Änderungen und Reparaturen am Baue. Je früher die Schwestern hierher kommen, desto lieber ist es mir. Selbstverständlich würde ich zur vertraglichen Regelung vorher noch nach Menzingen kommen. Ich bitte nochmals, mein Gesuch in wohlwollender Weise aufzunehmen und demselben nach Möglichkeit recht bald zu entsprechen. Mit der Bitte, an die ehrw. Schwestern Berta und Scholastika, die gewiss an glücklicher Erledigung innigen Anteil nehmen, meine Grüsse zu melden, zeichnet

in ergebenster Hochachtung, J. Waldesbühl, Pfarrer

2. Teil: Einzug der Menzinger Schwestern

Wettingen, den 5. Febr. 1909

Wohlwürdige Frau Carmela Motta, Generaloberin in Menzingen Ehrwürdige Frau Mutter!

Verbindlichen Dank für Ihre freundliche Vermittlung in Baldegg. Ich ahnte wohl, dass Entsprechen dort unmöglich sei. Noch mehr Dank für Ihr Anerbieten, ich werde wohl Versprechen sagen müssen, auf den Herbst. Ich lasse nicht gerne für Menzingen andere eintreten; denn meine Sympathien sind alle für das erstere. Bekäme ich Schwestern anderswo her, so könnte ich schwerlich mehr wie bisher die Wettinger Töchter dem Institute zu Menzingen zuleiten, was mir sehr leid täte. Ich nehme daher Ihr freundliches Anerbieten an, in der Voraussetzung, dass auch meine Bürgen, die mit mir die Schuldenlast tragen müssen, damit einverstanden seien. Sollte aber nur der geringste Zweifel an Ausführbarkeit sein, so möchte ich bevorzugen, wenn Sie rechtzeitig in Ingenbohl anklopfen wollten für mich.

in ergebenster Hochachtung grüsst

J. Waldesbühl, Pfarrer

Nachdem das Bergtröttli in ein gastliches Heim umgebaut worden war, zogen im Herbst Menzinger Schwestern ein, nahmen ihren Dienst auf und pflegten und umsorgten die alten Leute mit Liebe, Geduld und viel Geschick. Nach dem Umbau war die Liegenschaft mit Fr. 45'000.–belastet. Später wurden noch zwei Grundstücke hinzugekauft, und das Areal umfasste dann 122 Aren.

1919

Am 4. Januar verkaufte Pfarrer Julius Waldesbühl die Liegenschaft mit den darauf bestehenden Schulden an den katholischen Arbeiterinnenverein Wettingen. Dieser liess das Heim durch seinen Präses, Pfarrhelfer Albert Schönenberger, verwalten. Dem Heim wurde eine Haushaltungsschule angegliedert, die bald in ein anderes Lokal verlegt wurde. Dadurch konnte eine bescheidene Hauskapelle eingerichet werden.

1922

setzte Frau Mutter Carmela Motta in Menzingen die Besoldung der Schwestern vertraglich auf Fr. 300.– pro Jahr fest, wie bis anhin.

1928

An der Kirchgemeindeversammlung vom 15. März wurde der von Gemeindeamman Josef Huser vorgetragene Wunsch «die Kirchgemeinde solle das Altersasyl St.Bernhard ankaufen, damit es seinen bisherigen Bestimmungen erhalten bleibe. Er lädt die Kirchenpflege ein, auf die nächste Gemeinde Bericht und Antrag zu stellen» einstimmig angenommen. Anlass hiezu boten Anzeichen, dass eine gemeinnützige Gesellschaft gewillt sei, das Heim aufzukaufen.

1929

erfolgte eine gründliche Dachreperatur mit Schindel-Unterzug. Im grossen Estrich entstanden sechs Zimmer, die an der Stirnseite mit Lukarnen versehen wurden. Die Verhandlungen der Kirchenpflege mit Pfarrhelfer Schönenberger gestalteten sich mühsam. Merkwürdig, eher unverständlich mutet die Übernahme des Altersasyls im Jahre

1930

durch Pfarrhelfer Schönenberger an. Dieser bürdete sich damit eine weitere Verantwortung und Last auf. Der Kaufpreis betrug Fr. 117'000.–.

1931

Am 13. März wurde die neu gestaltete Hauskapelle durch Dekan Waldesbühl eingeweiht. Über dem Kapelleneingang stand: «Lerne leiden, ohne zu klagen.» Schutzpatron war der heilige Josef. Die Finanzierung erfolgte durch private Spenden. Als Nachfolger für den zurückgetretenen Dekan Waldesbühl wurde am 30. August der bisherige Pfarrerhelfer Schönenberger zum Pfarrer gewählt.

1935

Auf den 15. Januar reichte der neue Pfarrer aus gesundheitlichen Gründen seine Demission ein. Als er bald darauf im thurgauischen Güttingen zum Pfarrer gewählt worden war, nahm sich Bischof Josephus Ambühl des Altersasyls St. Bernhard an. Prälat Schibler hatte die finanzielle Sanierung in die Wege zu leiten. Der Übernahmepreis wurde auf Fr. 154'500.– festgesetzt. Die Aargauische Kantonalbank in Baden war nicht geneigt, die bestehende Hypothek von Fr. 121'700.– zu erhöhen. Die Darlehenskasse Wettingen gewährte Fr. 20'000.– als 2. Hypothek und den Restposten von Fr. 12'800.– sicherte Bischof Josephus Ambühl aus der Stiftung «Basilea» zu. Nachdem die finanziellen Verhältnisse mit Hilfe des Bischofs geregelt waren, wurde der Verein St. Bernhard gegründet.

1936

Das Mutterhaus Menzingen erhöhte die Jahresentschädigung für die Schwestern auf Fr. 400.–. Die Seelsorge oblag Pfarrerhelfer Wicki. Wegen Platzmangel mussten verschiedene Anfragen abschlägig beantwortet werden.

1937

Am 9. Januar trat Fräulein Magdalena Steimer, geboren 1860, alt Arbeitslehrerin, mit einem Pfrundkapitel von Fr. 6'000.– ein. Sie starb bereits am 13. November des gleichen Jahres. Das Steueramt begann sich für unsere soziale Institution auf rein privater Basis zu interessieren und forderte erstmals an Staats- und Gemeindesteuern den Betrag von Fr. 221.90.

1940

Die eidgenössische Preiskontrollstelle bewilligte auf den 1. Oktober eine generelle Taxerhöhung für alle Anstalten um 10%. Unser Verein blieb seiner sozialen Grundhaltung treu und machte vorderhand von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch.

1942

Auf den 1. April sah sich der Verein nun doch genötigt, den vor anderthalb Jahren bewilligten Aufschlag auch in unserem Altersheim einzuführen.

1943

Diskussionen über Pensionspreise endeten in der einstimmigen Beurteilung «auf soziale Abstufung soll geachtet werden».

1944

Die Pensionärin Ida Morat – im Dorf bekannt unter dem Namen «s’Tröttli Idi» – war bereits über 30 Jahre im St. Bernhard. Der Pensionspreis war stets sehr bescheiden gewesen. Nun ergaben aber Ermittlungen, dass Ida Morat in Aarau ein Vermögen von Fr. 150'000.– versteuerte. Der Aarauer Stadtrat und die Preiskontrollstelle waren mit unserem Aufschlag von Fr. 4.80 auf Fr. 8.– pro Tag einverstanden. In einem ähnlich gelagerten Fall mussten auf drei Jahre zurück Fr. 2.– pro Pensionstag nachbezahlt werden. Für Neueintritte wurde die Taxe von Fr. 3.50 auf Fr. 3.90 angehoben.

Für die im Dorf tätigen Krankenpflegerinnen und für die Schwestern an der Kleinkinderschule, die als Menzingerinnen im St. Bernhard untergebracht waren, wurden für Kost und Logis Fr. 3.– pro Tag erhoben.

1946

Der Verein erhöhte von sich aus die Entschädigung für die Schwestern auf Fr. 500.– pro Jahr.

1948

stieg unser Verein ins Immobiliengeschäft ein. Er erwarb am 21. Mai vom Sebastiansverein das sogenannte Vereinshaus an der Dorfstrasse 2, bekannt auch unter dem Namen Brühlmeier-Haus , für Fr. 25'000.–. Bei der Aargauischen Kantonalbank in Baden wurde eine 1. Hypothek über Fr. 15'000.– errichtet, Fr. 10'000.– liess der Verkäufer stehen. Die baufällige Scheune wurde abgebrochen, und an ihrer Stelle wurden zwei Kindergärten errichtet. Zudem mussten die beiden Wohnungen im alten Wohnhaus gründlich renoviert werden. Über einen weiteren Liegenschaftenbesitz zitiere ich aus dem Jahresbericht 1948: «Unser Besitz an Liegenschaften hat sich nicht nur in unserer Gemeinde vergrössert, wir haben nun solche sogar in Italien. Fortunato Andreatti hatte nämlich noch ein Haus mit Land in Italien und hat uns durch Testament zu seinem Erben eingesetzt. Was sich noch bei der Liquidation aus diesem Besitz für uns realisieren lässt, wird die Zukunft zeigen.»

1949

Dem 15. Jahresbericht entnehme ich: «Dass das Geschäftsjahr sehr gut abschliesst, haben wir in erster Linie unserer Ehrw. Schwester Oberin zu verdanken. Sie führt nun bereits 15 Jahre unsere Anstalt in vorzüglicher Weise, war es doch in dieser Zeit möglich, unsere Schulden von Fr. 154'500.– auf Fr. 80'000.– abzuzahlen und viele bauliche Verbesserungen vorzunehmen und grössere Anschaffungen zu machen. Mit grossem Eifer und Verständnis wird von unserem Gärtner unser Garten und das Pflanzland bewirtschaftet und trägt auch viel zur guten Rendite bei. Über unsern Bedarf hinaus konnten noch für Fr.311.– Gemüse, Beeren und Obst sowie für Fr. 270.– Eier verkauft werden.»

1950

Zur Arrondierung unseres Grundstückbesitzes erwarben wir von Dr. Alfred Huser ein Rebgrundstück für Fr. 2'500.–.

1952

Ein Blick auf das Protokoll vom 7. Februar mag die strenge Haltung des Mutterhauses Menzingen seinen Schwestern gegenüber beleuchten: «Es wurde konstatiert, dass Schwester Oberin seiner Zeit die Reise nach Rom, deren Kosten wir übernehmen wollten, nicht ausgeführt hat, da die Erlaubnis von Menzingen nicht zu erhalten war. Schwester Oberin wird nun aufgefordert, die Erlaubnis für eine Reise nach Lourdes, mit dem nächsten Pilgerzug, einzuholen und dieselbe dann auch auszuführen, was sie in den 17 Jahren ihrer ausgezeichneten Tätigkeit in unserer Anstalt mehr als verdient hat».

1956

begannen die Vorarbeiten für den grossen Neu- und Umbau.

1957

genehmigte der Verein neue Statuten, datiert vom 15. April. Anlass zur Statutenrevision gab der Wunsch, auch Andersgläubige, die Mitgliedschaft zu ermöglichen.

1959

50 Jahre Altersasyl St. Bernhard – 25 Jahre Verein St. Bernhard.

Verwaltung und Kassawesen lagen seit der Vereinsgründung in den Händen von Josef Zehnder-Egloff, 1883-1973. In all den Jahren war ihm das Altersheim St. Bernhard sehr ans Herz gewachsen.

3. Teil: Erweiterungsbauten

Die ersten Nachkriegsjahre waren noch geprägt von einfachem Lebensstil, Sparsamkeit und Bescheidenheit in allen Lebensbereichen, auch in der Altersbetreuung. Der zunehmend bessere Gang der Wlkirtschaft in den 50er Jahren hatte auch seinen Einfluss im sozialen Bereich, auf das Zusammenleben in der Familie. Waren Grosseltern bis zu diesem Zeitpunkt noch voll integriert in die jungen Familien, kam mit zunehmendem Wohlstand vermehrt der Wunsch, betagte Familienangehörige auszusiedeln. Es kam der Ruf nach zusätzlichen Altersplätzen in Heimen. Diese Entwicklung spürte auch der Verein St. Bernhard. Das Platzangebot wurde knapper, die Wartelisten länger. Mitte der 50er Jahre nahm der Gedanke einer grosszügigen Erweiterung Gestalt an.

1956

Architektauftrag an Herr Korner, Luzern

1957

Am 5.11.57 erfolgt eine erste Orientierungsversammlung im Hotel Zwyssighof. Sie soll der Bevölkerung Aufschluss geben über das Erweiterungsprojekt. Gemäss Protokoll ist das Interesse gross und man beschliesst, mit einem Gesuch an die Gemeinde zu gelangen. Vorgesehen sind 72 Betten für Betagte und 17 Zimmer für das Personal. Im weiteren Verlauf der Planung kommen die gewohnten Schwierigkeiten mit den Behörden auf kommunaler wie kantonaler Ebene. In Aarau streitet man sich über den Plan-Massstab. Der Grund: Man hat überhaupt keine Erfahrung mit dem Bau von Altersheimen. Von Gemeindeseite ist man gegen das Projekt mit der Begründung, der künftige Baukörper sei zu massig im Lägern-Rebhang und würde das Trottgebäude erdrücken. Schon damals erhitzten sich die Gemüter über das Verhältnis Einer- und Zweierzimmer. Weiter steht zur Diskussion: Abbruch des Tröttli und Reduktion der Zimmerzahl auf 50, weil angeblich Stadt und Kanton Zürich nur deren 50 erlaube als oberste Limite. Ebenso sind im Gespräch schon damals Alterswohnungen und Alterssiedlungen.

1958

Am 21. März erfolgt ein Augenschein vor Ort mit dem Direktionssekretär Dr. Rey, dem Adjunkten des Hochbauamtes, Herr Meili und dem Kantonsbaumeister Kaufmann. Dieses Gremium plädiert für Abbruch des Tröttli und Erstellung von Pavillonbauten. Architekt Korner debattiert gut und verteidigt Bettenzahl und Baukörper. Am 23. April erfolgt eine weitere Podiumsdiskussion mit Vertretern des Gemeinderates. Es geht dabei weniger um das eigentliche Projekt als vielmehr um unnütze Randfragen. So wollen z. B. Gemeinderat Müller und Architekt Siegenthaler stur nur Wettinger im St. Bernhard beherbergen. Zur Erheiterung aus dem Protokoll dieser Sitzung auf eine Publikumsfrage, wie denn die Zusammensetzung der Bewohner im Altersheim sei: «Wittfrauen und Fröleins, Rest: ältere Männer!» An der Herbstgemeindeversammlung wird dann eine Subvention von Fr. 200'000.– beschlossen. Aarau sichert 40% zu.

1959

Der derzeitige Präsident des Vereins St. Bernhard, Pfarrer Schnetzler, wird residierender Domherr des Standes Aargau in Solothurn. Karl Jappert wird Nachfolger als Ortspfarrer St. Sebastian und am 9. März an der GV offiziell zum Vereinspräsidenten gewählt. Gleichentags wird für das Bauvorhaben W. Dinkel als Ingenieur zugezogen mit der Auflage, dass der Gewählte noch eine Berufshaftpflicht abschliessen müsse, sei es doch sein erstes Bauprojekt in dieser Grösse. Ebenso erfolgt die Wahl des örtlichen Bauleiters in der Person von Kurt Bischof. Ein langjähriges Vorstandsmitglied, Fuhrhalter Johann Oeschger, tritt zurück mit dem Versprechen, gemäss Protokoll, dass auch fürderhin jährlich 2 Fuder Pferdemist an St. Bernhard geliefert werden mit der Verpflichtung auch an seine Erben!

Die Gemeinde Wettingen will an die Subvention Bedingungen knüpfen, dass Pensionäre, die von der Gemeinde Wettingen in den St. Bernhard eingewiesen werden, um 15% billiger gehalten werden sollen. Am 7. August wird die Baukommission bestellt mit den Herren Dr. Alfred Huser, Franz Berz, Sales Zehnder, Jean Schibli und Franz-Xaver Peter. Bereits am 12. August wird Franz-Xaver Peter Präsident der Baukommission. Bei der Behandlung des Subventionsgesuches in Aarau gibt es offensichtlich Schwierigkeiten. Nicht zuletzt auch, weil der Verein St. Bernhard Besitzer der Liegenschaft, Dorfstrasse 2 ist, die mit unserem Vereinszweck nichts zu tun hat. Bereits 1957 wurde an die kath. Kirchgemeinde der Antrag gestellt, diese Liegenschaft, die 1948 für Fr. 25'000.– erworben wurde, wieder in Besitz der Kirchgemeinde zu nehmen. An der Kirchgemeindeversammlung vom 14. Dezember 1959 wird die Liegenschaft für Fr. 170'000.– wieder erworben. (Übrigens kein Immobiliengewinn, sondern namhaft getätigte Investitionen!) Die Firma J. L. Bürgler offeriert als einziger Baumeister.

1960

Baubeginn Spätherbst. Ursprünglich zügiges Vorangehen der Rohbauarbeiten.

1961

Sitzung vom 3. November: Streit mit Architekt Korner und Ingenieur Dinkel. Es fehlen Ausführungspläne, zum Beispiel für die Küche. Es zeigt sich, dass das Flachdach eine Fehlkonstruktion ist. Aus diesen Gründen resultieren grosse Rückstände auf das Zeitprogramm. Abschlussarbeiten sind vorgesehen auf Ende Februar 1962. Die Sitzung endete mit dem Satz von Frau H. Wiederkehr, Protokollführerin: «Um 19 Uhr ist der geschäftliche Teil des schneidigen Obersten-Rapportes zu Ende !».

1962

Der Neu- und Erweiterungsbau wird bezogen. Neben laufenden Anpassungsarbeiten und Erledigung von Garantiearbeiten ziehen sich Streitigkeiten mit dem Architekten und Ingenieur noch über Jahre hinweg.

1967

Pfarrer Karl Jappert tritt an der GV als Vereinspräsident zurück. An seine Stelle wird F. X. Peter gewählt. Mit seinem eigenen militärischen Führungstalent geht er sofort medias in res. Alle Ressorts werden sauber verteilt. Die Buchhaltung wird à jour gebracht. Es werden Kosten und Budgetanalysen erstellt mit vierteljährlichen Abschlüssen. Es wird ein Archiv geführt. Mitte August tritt Verwalter Joseph Zehnder nach 33 Jahren Tätigkeit für St. Bernhard zurück. In der Sitzung vom 4.7.67 erfolgt erstmals eine Diskussionsanregung über den Bau eines Pflegeheimes, nicht zuletzt auch, weil ähnliche Diskussionen auch in der Öffentlichkeit beginnen.

Pflegeheim St. Bernhard

Es war die vorausschauende Weitsicht von F. X. Peter, sich mit dem Gedanken eines eigenen Pflegeheimes auseinanderzusetzen. Immer wieder mussten Betagte bei zunehmender Pflegebedürftigkeit ins Akutspital oder in ein kantonales Pflegeheim ausgesiedelt werden, was notgedrungen bei Patienten wie Angehörigen zu grossen Belastungen führte. Es entspann sich ein Kampf zwischen dem Gemeindeprojekt mit 200 Betten gegen das Projekt St. Bernhard. Aus dem Grundsatzentscheid des Kantons zum Bau eines neuen Kantonsspitales in Baden-Dättwil obsiegte das Projekt eines Pflegeheimes St. Bernhard. Das alte Bezirksspital Baden wird 1978 zum Regionalen Krankenheim. Die damalige Verliererposition hat die Gemeinde Wettingen, vorab der Gemeinderat, nie ganz überwunden. Beweis dafür sind die langjährigen Bemühungen um einen Pflegebeitrag. Nun aber zur Chronologie. In der Vorstandssitzung von 31. Oktober ist erstmals das «Pflegeheim» traktandiert. Die Diskussion geht dahin: «Wollen wir, können wir?» Am 15. Dezember werden neu in den Vorstand gewählt: Josef Locher, Dr. Peter Meier, Alfred Zehnder, Dr. Armin Imhof. Diese vier Herren werden mit der Aufgabe betraut, Abklärungs- und Grundlagenforschung für ein Pflegeheim zu erarbeiten.

1968

In einer Sitzung vom 16. Januar werden die Aufgaben festgelegt. Definition des Pflegeheims, räumliche Bedürfnisse, technische und personelle Anforderungen, Investitions- und Betriebskosten, Finanzierung, Subventionen, Arztdienst. In einem Zwischenbericht wird festgelegt, dass zweifelsohne die Personalfrage die Hauptproblematik ergeben wird. Pfarrer Jappert wird beauftragt, in Menzingen zu sondieren. Parallel zu unser eigenen Kommissionstätigkeit wird Dr. Imhof in die gemeinderätliche Alterskommission delegiert, die sich mit identischen Projektarbeiten befasst. So ist man ständig auf dem laufenden über die Konkurrenzseite. Mitte Juli gibt F. X. Peter seinen Rücktritt als Präsident bekannt auf Ende des Geschäftsjahres. Josef Locher tritt zurück wegen Wegzug nach Baden. Im Oktober liegt der Bericht der Pflegeheim-Kommission vor. Pfarrer Jappert gibt sich skeptisch für künftigen Schwestern–Nachwuchs. Am 17. Dezember erfolgt die Beschlussfassung für ein Vorprojekt mit einer Kreditgewährung von Fr. 10 000.–. Der Auftrag geht an das Architektur – Büro Müller + Bandi in Kloten.

1969

In Abwesenheit wird Dr. Imhof als Präsident gewählt. Dr. Eugen Rüttimann ersetzt den weggezogenen Josef Locher. Am 13. August wird das Vorprojekt durch Architekt Bandi vorgestellt.

1970

Am 25. Februar gelangen die abgeänderten Pläne des Projektes in Umlauf. Am 13. Mai erteilt der Vorstand der CVP eine endgültige Absage zum Einstieg in ihr Projekt für Alterswohnungen. Wir wollen statutengemäss politisch neutral bleiben. Am 15. Juli einstimmiger Beschluss zum Bau des Pflegeheims. Als Mitglied der Baukomission wird Balz Hösli – ausserhalb des Vorstandes – gewählt. Am 7. Oktober wird eine neue Pensionspreis-Gestaltung eingeführt nach dem massgebenden Einkommen, plus 5% des Vermögens.

1971

Wir erhalten die provisorische Zusicherung eines Gemeindebeitrages von Fr. 600'000.–. Die kantonale Subvention wird im Maximum 25% betragen. Von der kath. Kirchgemeinde erhalten wir die vertrauliche Zusicherung eines Baukostenbeitrages, verteilt auf die Jahre 1973 – 1976 von Fr. 200'000.–. Mitte September legt das kantonale Gesundheitsdepartement ein neues Spitalgesetzkonzept auf, das im wesentlichen auf die Trennung von Altersheimen und Pflegeheimen hinausläuft. Die Folge für uns heisst somit, dass die erhofften Subventionen massiv gekürzt würden, weil St. Bernhard nach wie vor der Altersheimverordnung unterstellt bliebe. Konsequenz: Alle Finanzierungsgesuche werden gestoppt, die Arbeiten des Architekturbüros werden vorderhand unterbrochen. Im Oktober Vorsprache einer Delegation beim GD in Aarau. Man verspricht eine Stellungnahme in ca. 3 Wochen. Trotzdem weiterhin Stop aller Arbeiten.

1972

Im Januar erhalten wir die Subventionszusage lautend auf 28%. Eine ausführliche Diskussion im Vorstand mit der Thematik: «ad acta legen oder weiterfahren?» führt zum Grundsatzentscheid mit 9:1 Stimmen: «weiterfahren!» Am 17. Mai wird uns eine provisorische Zusicherung für einen Beitrag von Fr. 300'000.– gesprochen von der Ortsbürgergemeinde Wettingen. Alle sistierten Arbeiten werden deblockiert. Es werden zwei Kommissionen gebildet. Für den Bau: Balz Hösli, Traugott Schmid, Alfons Egloff, Franz Berz, Armin Imhof, für den Betrieb Pflegeheim: Peter Meier, Eugen Rüttimann, Alfred Zehnder, Schwester Aegidie Knill. Beide Kommissionen erhalten entsprechende Pflichtenhefte.

Das Baugesuch wird eingereicht

5. Juli

Die Einwohnergemeinde bewilligt Fr. 600'000.– – Die Ortsbürgergemeinde Fr. 400'000.– An einer ausserordentlichen GV am 13. September wird gestützt auf §13 der Statuten ein Vorstandsausschuss gebildet. Gleichzeitig werden neue Vorstandsmitglieder aufgenommen. Von der Einwohnergemeinde: Urs Egloff, von der Ortsbürgergemeinde: Bernhard Huser.

1973

Am Tag der Kranken, 3. und 4. März wird ein Bazar durchgeführt zu Gunsten des Pflegeheimes. Am 3. Mai Spatenstich, verbunden mit einer kleinen Feier. Vor Sommerferienbeginn erhalten wir die Hälfte des Erlöses aus dem «Wettiger Fest» im Betrage von Fr. 66'300.–. Die protestantische Kirchgemeinde spricht eine Subvention von Fr. 125 000.– aus. Die Bauarbeiten laufen planmässig.

4.Teil: Einweihung Pflegeheim ab 1974

An der ordentlichen GV demissionieren Alfred Zehnder und Dr. Peter Meier. An ihre Stelle werden gewählt: Balz Hösli und Karl Bürgi. Dr. Alfred Huser erhält die Ehrenmitgliedschaft. Ausserordentliche GV am 23. August mit Baubesichtigung. Der Vorstand wird erweitert mit Alfons Egloff, Walter Gerber und Traugott Schmid. Am 13. Oktober Einweihung des Pflegeheims. Baukosten von Fr. 3'829'898.95. Festakt im Rathaussaal mit Ansprachen von Gesundheitsdirektor, Regierungsrat Dr. Hunziker, Gemeindeammann Dr. Hess und Architekt Bandi. Rundgang und Bankett mit 90 Gästen.

Rückzug der Ordensschwestern

Was vorauszuahnen war, begann schon bald nach Eröffnung des Pflegeheimes. Die Überalterung der Menzinger-Schwestern nahm stetig zu und Ersatz stand nicht zur Diskussion. Nachwuchs in den Klöstern war spärlich, auch eine Wohlstandserscheinung! Beinahe 7 Jahrzehnte durften wir auf die Ordensschwestern zählen. Ihre Verdienste sind ausserordentlich. Sie kannten kaum Ferien. Ihr Einsatz lag ohne Übertreibung im 24-Stundeneinsatz ohne Kompensation. Wenn es heute Haus und Verein St. Bernhard gut geht, so ist das nicht zuletzt das Verdienst der Menzinger-Schwestern. Es soll uns allen, die mit St. Bernhard in irgendeiner Weise verbunden sind, Pflicht sein, dies nie zu vergessen.

Am 5. Februar verlassen uns 3 Schwestern. Schwester Albina, Schwester Thaddea, und Schwester Cashilda. Sie werden nicht ersetzt. Nach der GV vom 19. März geht Schwester Stanislaus Locher nach 13 Jahren als verdienstvolle Oberin in den Ruhestand. Sie erhält die Ehrenmitgliedschaft. Die Nachfolge von Schwester Stanislaus tritt Schwester Gertrud Jansen an. Schon bald stellen sich Divergenzen ein. Der Haussegen unter den Ordensschwestern hängt schief. Selbst auf die Küche hat es Auswirkungen. Die Verpflegung lässt zu wünschen übrig. Es wird ein Kleinkrieg geführt nach dem System: Jede gegen jede!

Am 19. August verlässt Schwester Aegidie Knill, die Leiterin des Pflegeheimes bei Nacht und Nebel das Haus und den Orden. Wieder einmal ist Handlungsbedarf angesagt. In kurzer Zeit kann eine Leiterin aus dem Laienstand rekrutiert werden. Ende September beginnt Schwester Annemarie Friedli ihren Dienst. – Daneben doch auch noch erfreuliches: Durch eine Spende von Fr. 10'000.– der protestantischen Kirchengemeinde wird ein Hilfsfond geäufnet. Einführung einer Personalvorsorge-Stiftung bei der VESKA. Alfons Egloff übernimmt das Ressort «Personelles», Bernhard Huser und Karl Bürgi demissionieren.

1976

An der GV im März wird Schwester Hanni Gasser von der Spitalpflegerinnenschule in Baden in den Vorstand gewählt. Die Spannungen unter den Ordensschwestern halten an. Auch persönliche Schreiben an jede Schwester fruchten nichts. Die Lage wird unhaltbar. Am 5. Februar besprechen sich Präsident und F. X. Peter in Menzingen mit der Provinzleitung, Schwester Isabella und Frau Mutter Mechthild Sohm. Das Resultat ist negativ. Vertröstung auf Planungssitzung Ende März. Am 2. April folgt Brief aus Menzingen: Rückzug der Schwestern auf April 1977. Mit diesem Schreiben ist mindestens die Zeit der Unsicherheit vorbei. Die vollständige Umstellung auf Laienpersonal ist angesagt. Es beginnt die Suche nach einem Heimleiter-Ehepaar. Die Situation ist insofern schwierig, weil es den offiziellen Begriff des Heimleiters noch nicht gibt. Entsprechende Schulungsmöglichkeiten fehlen. Im weiteren hat die Hochkonjunktur den Stellenmarkt ausgetrocknet. Auf die Ausschreibung hin melden sich Leute aus den unterschiedlichsten Sparten, unter anderem auch ein Gefängnisdirektor. Der Entscheid fällt auf das Ehepaar Rudolf und Rosmarie Hösli aus Schwanden/Glarus. Beide haben sich nebenberuflich mit Betagten am Wohnort beschäftigt und ihr Wunsch ist, sozusagen die Liebhaberei zum Beruf zu machen. Am 19. September ist der Anstellungsvertrag unter Dach. Am 25. Oktober verlässt uns die Küchenschwester Maria Electa. An Allerheiligen ist Arbeitsaufnahme des 1. Küchenchefs im Laienstand: H. P. Netzhammer. Für Ablösungsdienst steht uns Frau Cécile Berz-Meier vom Restaurant Bahnhof zur Seite. Am 1. Dezember werden die verbliebenen Schwestern zurückgezogen, gleichzeitig Stellenantritt des Ehepaars Hösli mit Einquartierung im ehemaligen Klausurtrakt.

1977

Nicht die Lust am Bauen und Verändern beflügelt den Vorstandsausschuss, sondern die dringende Sanierung des Altbaues «Tröttli». Bereits im Januar erfolgt der Auftrag an Kurt Bischof für eine Projektstudie. Gleichzeitig wird ein Vorprojekt in Auftrag gegeben für eine bessere Gartengestaltung. (Stöckli und Zulauf). An der GV vom 11. März wird Traugott Schmid zum Präsidenten gewählt als Nachfolger von Armin Imhof. Im April liegt eine erste Studie vor, die vorsieht, im Dachgeschoss eine Heimleiterwohnung einzubauen. Die Subventionsabklärungen ergeben kein rosiges Bild, weder in Aarau, noch in Bern beim Bundesamt für Sozialversicherungen. Offenkundig ist der Bedarf an Altersheimen gedeckt. Das Gartenprojekt wie auch der Umbau Klausur wird ad acta gelegt. Bei Eingabe des Vorprojektes ist die Meinung des Gemeinderates mehrheitlich für einen Abbruch des Tröttli und an dessen Stelle ein Erweiterungsbau, passend zur Baute 1961/62. Der Vorstand wehrt sich vehement gegen dieses Ansinnen. Ende November liegen 3 Varianten vor, inklusive Abbruch. Engelbert Spörri nimmt Einsitz in den Vorstand als Vertreter der Ortsbürgergemeinde.

1978

Ausserordentliche GV am 19. Januar. Vorstand und Baukommission einigen sich für die Abbruchvariante mit 9:1 Stimme. Es erfolgt die Baueingabe mit Prüfung einer Lifterschliessung ab Rebbergstrasse. Ein Herr Bardorf mit 19 Mitunterzeichnern erhebt Einsprache gegen die Abbruchvariante. Die Einsprecher werden eingeladen und orientiert, dass die Bausubstanz dermassen schlecht ist, dass nur ein Abbruch in Frage kommt. Die Einsprache wird zurückgezogen. Auf den Einbau einer Heimleiterwohnung wird verzichtet. An der ordentlichen GV am 31. März tritt Pfarrer Jappert aus dem Vorstand zurück. Engelbert Spörri wird ausgeladen wegen unloyalem Verhalten St. Bernhard gegenüber.

1979

Ordentliche GV am 30. März. Definitive Beschlussfassung für einen Neubau des Trottgebäudes für Fr. 2,2 Millionen mit Tiefenlift und unterirdischem Zugang für zusätzliche Fr. 267 000.–. Urs Egloff tritt aus dem Vorstand zurück und wird ersetzt durch Alex Mittler (Vertreter Einwohnergemeinde ). Am 24. Mai wird die alte Trotte abgerissen und Beginn des Neubaues. Zugesicherte Baukosten-Zuschüsse: Kanton Fr. 289'000.–, Ortsbürgergemeinde Fr. 100'000.–, protestantische Kirchgemeinde Fr. 75'000.–. Am 27. Oktober ausserordentliche GV: Traugott Schmid tritt als Präsident zurück, Dr. Imhof wird erneut Präsident. Am 22. November kündigt Schwester Annemarie Friedli per 1. April 1980. Am 6. Dezember bewirbt sich Schwester Hanni Gasser als Nachfolgerin.

1980

Nach 1 1/4 Jahren möchten Hösli's zurück in die Klausurwohnung. Der Ausbau ist mit erheblichen Kosten verbunden, doch ist die Einsicht richtig: Der Heimleiter gehört ins Haus! Am 1. Februar verunglückt Schwester Hanni Gasser tödlich bei einem Lawinenniedergang im Engadin. Durch einen Glücksfall gelingt es, Schwester Annemarie Friedli kurz vor Vertragsabschluss andernorts zurückzugewinnen. Die Hintergründe von Kündigung und Stellenbewerbung waren aus späterer Sicht nicht ganz lupenrein. Das Bundesamt für Sozialversicherung spricht uns einen Kostenbeitrag Fr. 590'000.– zu. An der GV demissionieren Dr. Alfred Huser aus Altersgründen und Dr. Eugen Rüttimann wegen beruflicher Überlastung. Am 24. September Neubau-Einweihung. Festansprache von Regierungsrat Dr. H.J. Huber, 40 Gäste zu Feier und Mittagessen.

1981

An der ordentlichen GV werden Dr. Karl Frey und Fridolin Binder neu in den Vorstand gewählt. Wegen Wegzuges demissioniert Walter Gerber, Diakon. Die Küchensanierung für Fr. 145'000.– wird beschlossen. Während dreier Wochen erfolgt die Verpflegung durch die Gemeinschaftsküche von ABB.

1982

Ordentliche GV: Neuaufnahme von Pfarrer Saam und Pfarrer Ramsperger. Demission von F. X. Peter als Finanzchef und H. Bielser als Buchhalter. Amtsübernahme durch Alfons Egloff, und damit Einzug in den Vorstandsausschuss. Franz Berz demissioniert als Aktuar, sein Nachfolger: Pfarrer Ramsperger. Baukostenabrechnung Neubau Tröttli: Fr. 2'728'971.35 . Am 5. Mai Bauabnahme durch das Bundesamt für Sozialversicherung. Der Bau erhält grosses Lob. Aussage: «Man sieht hier, dass der Pensionär im Vordergrund steht und die massgebensten Leute diese Pensionäre, wie ihre eigenen behandelt sehen wollen!»

1984

Erneut wird eine Baukommission gebildet für die Sanierung des Speisesaals. Der Auftrag geht an Architekt Franz Widmer. Am 27. Oktober wird «10 Jahre Pflegeheim» gefeiert mit einer Festansprache gehalten von Erhard Trommsdorff, Chef Spitalabteilung, GD Aarau. Tag der offenen Tür. Alex Mittler wird wieder abgelöst durch Urs Egloff.

1985

An der ordentlichen GV am 20. März kommen neu in den Vorstand die Herren Otto Bühler und Urs Imhof. Zwischen 9. Juli und 13. Dezember wird der Speisesaal umgebaut und erweitert für Totalkosten im Betrage von Fr. 1'100'063.–. Zur Weihnachtsfeier erfolgt die Wiederinbetriebnahme.

1986

Die Nachfrage nach Pflegeheimen in Gemeinde und Region ist im Steigen begriffen. Ein Gespräch in Aarau soll unsere Bereitschaft signalisieren, in Sachen Pflegebetten noch mehr zu tun. Wir wären bereit zu einer Erweiterung mit 40–50 zusätzlichen Betten. Selbst die Gemeinde Wettingen wäre mit unserer Sofortlösung einverstanden, auch wenn nach wie vor am eigenen Projekt gearbeitet wird. Aarau anerkennt unsere Pionierleistung auf diesem Gebiet, findet aber die Relation zwischen Altersheim- und Pflegebetten ungünstig. Die Belegärzte unseres Hauses sind zu einem Nachtessen eingeladen.

1987

Unsere Baufreudigkeit scheint nicht zu bremsen. Im Erdgeschoss des Tröttli wird ein Coiffeursalon eingebaut. Die Hauskapelle wird umgestaltet, die Rollstuhlgängigkeit verbessert und eine neue Hausorgel installiert. Die Sanierungskosten von Fr. 72'000.– werden getragen von einer Vergabung im Testament von Frau Martha Kressig- Wyrsch. Ein Gottesdienst nach der GV gedenkt der Spenderin und erfreut den Vorstand über die gelungene Renovation. An der GV selbst werden Franz Berz und F. X. Peter zu Ehrenmitgliedern ernannt.

In diesem Zusammenhang scheint es angebracht zu sein, beiden Herren den herzlichsten Dank auszusprechen für den grossen Einsatz über Jahre für St. Bernhard.

1988

An der ordentlichen GV wird Albert Brühlmeier in den Vorstand gewählt. Pfarrer Ramsperger demissioniert als Aktuar. Urs Imhof übernimmt dieses Amt. Mitte Jahr verlässt uns unser 1. Küchenchef H. Netzhammer, nach 11 Dienstjahren. Am 1. August tritt Kurt Engl seinen Dienst an, vormals Küchenchef im Hotel Zwyssighof.

Heimleiterwechsel

Nach Spannungen innerhalb des Kaders und der Angestellten und auch mit dem leitenden Ausschuss kommt es zum Bruch mit dem Heimleiterpaar Herr und Frau Hösli, die uns am 31. Juli kündigen auf den 31. Januar 1989. Mitte September erfolgt die Wahl eines neuen Heimleiterehepaar, Herr und Frau Hosp, bisher Leiter des Altersheimes Spitz in Kloten.

1989

Am 10. Januar verabschiedet sich der Ausschuss von Herr und Frau Hösli. Man trennt sich in Frieden und wünscht sich gegenseitig das Beste. Am 1. März Dienstantritt von Herr und Frau Hosp. An der GV liegt der 1. Teil der Vereinsgeschichte auf, verfasst von Sales Zehnder, dem bei dieser Gelegenheit die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt wird. Am 21. September sind alle Fraktionschefs des Einwohnerrats zu Gast für Besichtigung und Nachtessen. Erstmals erhalten wir von der Gemeinde einen Pflegekostenbeitrag für Wettinger-Einwohner im Betrage Fr. 6.– pro Tag. Jahrelanges Bemühen um diesen finanziellen Zustupf kommt endlich zum Tragen, nachdem auch der Kanton die Gemeinden anmahnte, die Beihilfe an die Pflegekosten sei kommunale Angelegenheit. Bei der Wahl des neuen Heimleiterehepaares scheinen wir keine glückliche Hand bewiesen zu haben. Anscheinend gute Referenzen lassen eher auf eine Weg-Beförderung hinweisen. Der Einsatz ist ungenügend, die Spannungen eskalieren. Gute Angestellte drohen mit Kündigung. Aussprache mit Personaldelegationen von Alters- und Pflegeheim am 29. November und 8. Dezember ergeben ein unerfreuliches Bild. Einmal mehr ist Handlungsbedarf angesagt. Der Ausschuss tagt in Permanenz.

5. Teil: Die Geschichte ab 1990

In einer Ausschuss-Sitzung am 9. Januar erfolgt die sofortige Suspendierung vom Dienst mit gegenseitiger Kündigungsandrohung. Am 21. Januar kündigt Fam. Hosp selber. Sie können in der Wohnung verbleiben bis Ende Juni in vornehmer Vertragserfüllung unsererseits. Es folgen noch gehässige Zeitungspolemiken von Hosp's Seite, die aber weitgehend entkräftet werden durch Leserbriefe unseres Personals. Dieses Debakel musste naturgemäss Anlass sein für ein Überdenken der Leitungsstruktur. Die Lust auf ein Heimleiter-Ehepaar war endgültig verflogen. Warum nicht ein Leitungsteam? Die Voraussetzungen waren uns wohlgesinnt. Alfons Egloff trug sich mit dem Gedanken, die Firma Lebag zu verlassen, zusätzlich per 15. April war Stellenantritt von Frau Rossetti. Alles wurde durchberaten und die Geburtsstunde des Teams war perfekt. Alfons Egloff, Verwalter und Teamleiter, Frau Ursula Rosetti, Leiterin des Altersheims, Schwester Annemarie Friedli, Leiterin des Pflegeheimes. Ab 1. August funktioniert das Team. Albert Brühlmeier übernimmt die Finanzen von Alfons Egloff und nimmt Einsitz in den leitenden Ausschuss. Am 4. Juni, Pfingstmontagmorgen, stirbt F. X. Peter an einem Herzversagen. Seine Verdienste um St. Bernhard sind hervorragend. In kritischen Zeiten des ersten Bauwerkes hat er mit starker Hand das Projekt zu Ende geführt. Seine Handschrift findet auch Niederschlag in der ganzen Verwaltung und im Finanzbereich. Er darf als Vater des Gedankens eines eigenen Pflegeheimes bezeichnet werden. In vielen Situationen, wo man gerne aufgegeben hätte, hat er mit militärischer Prägnanz den «Auftrag und Befehl zum Weitermachen» gegeben.

1991

Am 16. Januar stirbt Schwester Stanislaus Locher hochbetagt in Menzingen. Sie war die vorletzte Oberin in unserem Heim. Sie war eine kluge Frau mit sehr guten Führungseigenschaften. An der GV wird neu in den Vorstand aufgenommen: Schwester Doris Hegglin, Leiterin der Schule für Krankenpflege am KSB, und Christian Hösli. Einmal mehr wird viel Geld investiert in Unterhalt und Neuanlagen. So die Gesamtrevision aller Liftanlagen im Betrage von Fr. 150'000.–, die Totalsanierung der Heizung- und Warmwasseraufbereitungsanlage im Betrage von Fr. 247'732.–, die Umgestaltung der Eingangshalle des Pflegeheimes mit Fr. 53'870.–. Bereits im November Auftrag an Toni Bircher für ein Vorprojekt «Umbau Altersheim». Dazu eine Kreditsprechung von Fr. 30'000.–.

1992

Per 1. Januar wird der Gemeindebeitrag erhöht auf Fr. 8.– pro Tag und Patient. An der ordentlichen GV vom 27. März wird Werner Lanz, Fürsprecher und Notar in den Vorstand gewählt. Alfons Egloff wird zum Verwaltungsdirektor befördert. Im August konstituiert sich wieder einmal eine Bau-Kommission. Die Telefon- Anlage wird ersetzt, nicht aus Freude, sondern aus Mangel an Ersatzteilen. Kostengrösse Fr. 200'000.–.

1993

Per 1. Januar Erhöhung des Gemeindebeitrags auf Fr. 10.– (das waren noch Zeiten!). An der ausserordentlichen GV vom 3. März wird der Umbau des Altersheimes beschlossen mit einem KV von Fr. 1'810'000.–, inklusive Provisorium von Fr. 225'000.–. An der ordentlichen GV tritt Pfarrer Saam aus dem Vorstand zurück. An seine Stelle tritt Frau Pfarrer Elisabeth Flach Schmid. Am 4. Mai wird das Provisorium montiert, südlich des Altersheimes und wird ab Mitte Mai bezogen. Beginn der Bauarbeiten. Die Gesamtbaukosten betragen Fr. 2'112'279.05. Der Kanton beteiligt sich mit Fr. 525'769.–.

1994

Am 13. Januar wird Schwester Irmgard Mösle als Nachfolgerin von Oberschwester Annemarie Friedli gewählt. Am 5. März Einweihung des Umbaues Altersheim und gleichzeitig Feier «20 Jahre Pflegeheim». 63 Gäste versammeln sich zu einem sinnvollen Akt mit Ständerat Huber als Festredner. Am 6. März Tag der offenen Tür. Balz Hösli tritt als Bauchef und Vizepräsident zurück. Schwester Doris Hegglin wird als Vizepräsidentin gewählt.

1995

Ein beinahe normales Vereinsjahr mit ordentlicher GV am 24. März. Im Frühjahr Ausbau des Herrenbergweges, verbunden mit Verbesserungen der Auffahrt zum Altersheim. Im Jahresverlauf sterben Pfarrer Karl Jappert, ehemaliger Präsident und Otto Bühler, Vorstandsmitglied. Am 31. März erhält Toni Bircher den Auftrag für ein Vorprojekt Sanierung und Erweiterung der ehemaligen Leichtpflegeabteilung P4 mit allen nötigen Auflagen für Verbesserungen. Es wird ein Kredit von Fr. 10'000.– gesprochen.

1996

Ordentliche GV. Genehmigung der Neufassung, resp. Totalrevision der Statuten. Rücktritt von Dr. Armin Imhof als langjähriger Präsident. Nachfolger im Präsidium wird lic. jur. Werner Lanz, Fürsprecher und Notar. Der Vorstand nach neuen Statuten setzt sich weiter zusammen aus Schwester Doris Hegglin, als Vizepräsidentin, Albert Brühlmeier als Finanzchef, Urs Imhof als Aktuar und Toni Bircher als Bauchef.

1997

Auf den 1.1.97 tritt eine neue Taxordnung in Kraft, angepasst an das neue KVG mit Aufteilung von Pensionspreis und Pflegezuschlag. Vom Pflegezuschlag übernehmen die Krankenkassen 50% der BESA-Taxpunkte von 11–68 Punkten. Ausserordentliche Mitgliederversammlung im Januar und Beschlussfassung Sanierung und Erweiterung der ehem. Leichtpflegeabteilung P4. Baubeginn im Frühjahr. Die Patienten werden während der Bauphase ins Regionale Krankenheim Baden verlegt. Am 25. Januar stirbt nach schwerer Krankheit Frau Doris Hegglin, unsere Vizepräsidentin. An der Mitgliederversammlung wird Frau Beatrice Frei-Akermann als Aktuarin gewählt. Im September Bezug und Einweihung mit kleinem Festakt und Tag der offenen Tür mit überwältigendem Andrang und Interesse der Bevölkerung aus der ganzen Region. Baukosten Fr. 1'707'187.75, welche aus eigenen Mitteln bezahlt wurden.

1998

Kürzung des Gemeindebeitrages auf einen Pauschalbetrag von Fr. 100'000.– 14. Mai: Tod von Franz Berz, Ehrenmitglied.

1999

  • Beschluss über die Sanierung Teilerneuerung Pflegeheim (Ersatz Bettenlift, Neugestaltung der Aufenthaltsräume, Badzimmer, Ausgussräume)
  • Einweihung am 29. Oktober
  • Erstellung Uebergang Speisesaal – Tröttli.
  • Hauseigene Weinetikette gestaltet von Toni Businger

2000

  1. Ausarbeitung des Leistungsvertrages für das Pilotprojekt Pflegewohnung Wettingen, Projektbegleitung unter Mitwirkung unserer Kader.
  2. Einrichten und Betreiben einer Homepage.
  3. St. Bernhard-Fäscht im August, Festwirtschaft, Flohmarkt, Spenden von Lieferanten und Gönnern für Heimbus, Erlös Fr. 25'000.–
  4. Tröttli-Hit mit Raclette-Abend zugunsten der Unwetter-Katastrophe im Wallis, Erlös Fr. 5'000.–
  5. a.o. Generalversammlung am 25.1., Beschluss und Genehmigung Leistungsvertrag der Gemeinde Wettingen über das Betreiben von Pflegewohnungen

2001

  1. Ablösung von Werner Lanz durch Remy Picard an der ord. Generalversammlung im März
  2. Ablösung von Ursula Rossetti nach 11-jähriger Tätigkeit durch Hedy Keller als Leiterin Altersheim
  3. Erneuerung der kompletten Abwaschanlage der Küche
  4. neue Software EDV/Lichtruf
  5. Kauf des Heimbusses Mercedes Vito Fr. 44'000.–

2002

  1. Eröffnung der ersten Pflegewohnung in der Bernau am 2. April mit acht Bewohnerinnen und Bewohnern.
  2. Umbau des Altersheimes Tröttli, komplette Erneuerung des Liftes, Totalrenovation der Fassade des Altersheimes

2003

  1. Totalrenovation Fassade Pflegeheim
  2. Erneuerung Licht im Speisesaal
  3. Beleuchtung Kapelle
  4. Eröffnung der zweiten Pflegewohnung im Chlosterbrüel am 31. Oktober mit acht Bewohnerinnen und Bewohnern

2004

  1. Ersatz der Pflegebetten im Pflegeheim
  2. Neue Beleuchtung im Speisesaal
  3. Erneuerung Telefonie – Ruf mit DECT

2005

  1. Liftumbau Speisesaal / Altersheim
  2. Jubiläum 70 Jahre Verein St. Bernhard
  3. Erstellung des offiziellen Films über den St. Bernhard

2007

  1. Erweiterung Parkplatz auf der Westseite des Areals Kosten CHF 305'000.–
  2. Aufbau einer neuen Führungs- & Organisationsstruktur

2008

Genehmigung Küchenumbau im Betrag von CHF 1.3 Mio Baubeginn Spätsommer

2009

  1. Tod von Ehrenmitglied Dr. Armin Imhof
  2. Abschluss des Küchenumbaus mit Kosten von CHF 1.8 Mio inkl. Dachsanierung und Erneuerung Lüftung/Kühlung Speisesaal
  3. 100 Jahre St. Bernhard
  4. Umwandlung des Vereins in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft. Eigentümerin ist die Stiftung Rebbergstrasse 24

2010

  1. Per Ende März 2010 tritt Alfons Egloff in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem er St. Bernhard während 20 Jahren geführt und sich schon vorher als Mitglied des Vorstandes und des Ausschusses jahrelang zum Wohle des Hauses und des Vereins eingesetzt hatte. Seine grossen Verdienste wurden anlässlich der Generalversammlung der St. Bernhard AG entsprechend gewürdigt.
  2. Nach einer dreimonatigen Einführungsphase übernimmt Andreas Notz am 1. April die Geschäftsleitung mit Elan. Er ist Quereinsteiger, wird das vom Kanton vorgeschriebene Heimleiterdiplom bis Mitte 2012 jedoch nachholen.
  3. Per Ende Oktober werden zusätzlich sechs schöne, helle Zimmer ausgebaut. Drei davon werden als Ferienzimmer genutzt, ein Angebot, das offensichtlich einem echten Bedürfnis entspricht.
  4. Die im Berichtsjahr erarbeitete Strategie setzt Schwerpunkte der Aktivitäten und legt wichtige Prioritäten fest. Sie zeigt aber auch auf, was wir nicht anbieten wollen.
  5. Die vom Bund neu festgelegte Pflegefinanzierung und die im Kanton Aargau geltende Strategie «ambulant vor stationär» verlangen von den Verantwortlichen grösste Anstrengungen, wenn es gelingen soll, vor allem die pflegebedürftigen Heimbewohnerinnen und -bewohner finanziell zu entlasten. Die neue Ordnung wird ab Januar 2011 zum Tragen kommen.
  6. Seit dem 1. Mai 2010 sind die Räumlichkeiten von St. Bernhard rauchfrei. Für Raucherinnen und Raucher unter den Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitenden wurde auf der Terrasse des Pflegeheimes eine verglaste und beheizte «Raucherstube» erstellt.

2011

  1. Im September 2011 tritt Albert Brühlmeier als Verwaltungsrat zurück. Er war an der Generalversammlung 1988 in den Vorstand gewählt worden. Seither beeinflusste er die Geschicke von St. Bernhard massgeblich und sehr positiv. Während all dieser Jahre hatte er die Finanzen hervorragend im Griff. Darüber hinaus konnte er dank seiner Erfahrung auch auf anderen Gebieten, insbesondere bei Bauten, Ideen und klare Ziele einbringen. Wir danken Albert Brühlmeier sehr für seinen ausserordentlichen Einsatz zu Gunsten von St. Bernhard.
  2. Das erste Jahr mit der neuen Pflegefinanzierung gestaltete sich in finanzieller Hinsicht nicht einfach. Erstmals musste mit Vollkosten inklusive Investitionen gerechnet werden.
  3. Es zeichnet sich ab, dass durch die Strategie des Kantons, «ambulant vor stationär», die Leute immer später ins Heim kommen werden. Dies bedingt mehr Pflege und ruft nach einem Umbau der Zimmer im Altersheim zu Pflegezimmern.
  4. Mit Wirkung ab 1. Januar 2012 konnte mit der Gemeinde Wettingen eine Leistungsvereinbarung unterzeichnet werden. Diese Vereinbarung definiert die Aufgaben und Leistungen und legt Rechte und Pflichten der Vertragsparteien fest.
  5. Die Erfahrungen im Jahr 2011 machen deutlich, dass die Professionalisierung der Heimlandschaft in sämtlichen Bereichen fortschreitet. Heute wird auf allen Ebenen des Betriebes Qualität, Professionalität und eine entsprechende Dokumentation gefordert. Die Herausforderungen an die Führung unseres Hauses wachsen ständig.

2012

  1. Auf den Zeitpunkt der Generalversammlung hat Werner Lanz, Fürsprecher und Notar, seinen Rücktritt als Verwaltungsrat bekannt gegeben. Werner Lanz war an der GV 1992 in den Vorstand des Vereins St. Bernhard gewählt worden, deren Präsident er von 1996 bis 2001 war. Nach seinem Rücktritt als Präsident blieb er weiterhin im Vereinsvorstand, zuständig für Rechtsfragen aller Art. Unter seiner Leitung wurde im Jahre 2000 ein Leistungsvertrag für das Pilotprojekt Pflegewohnung Bernau ausgearbeitet. Bei der Änderung der Rechtsform von St. Bernhard als eine gemeinnützige Aktiengesellschaft war Werner Lanz federführend. Die ganze komplizierte Umwandlung konnte damals dank seines umsichtigen Vorgehens auf Anhieb erfolgreich realisiert werden.
  2. Als Nachfolger von Werner Lanz als Verwaltungsrat und Stiftungsrat wird an der Generalversammlung vom 23.3.2012 Dr. Olivier Robert, Rechtsanwalt, gewählt.
  3. Ebenfalls an der GV vom 23.3.2012 wird für den im September 2011 zurückgetretenen Albert Brühlmeier als Verwaltungsrat und Mitglied des Stiftungsrates Hans-Peter Odermatt, eidg. dipl. Bankfachmann, gewählt.
  4. Damit setzt sich nun der Verwaltungsrat der St. Bernhard AG wie folgt zusammen:
    – Raymond Picard, Präsident
    – Beatrice Frei
    – Othmar Gassner
    – Urs Imhof, Vizepräsident
    – Hans-Peter Odermatt
    - Dr. Olivier Robert
  1. Da die Kapazität der alten Telefonanlage ausgeschöpft ist, wird sie mit Kosten von CHF 82'000 ersetzt.
  2. Per Ende Jahr kann die aus Hygienegründen notwendige umfangreiche Sanierung der Wäscherei abgeschlossen werden. Kostenpunkt CHF 420'000.
  3. Im April werden die diversen Sitzecken in den öffentlichen Zonen des ganzen Hauses mit modernen Möbeln ausgerüstet.
  4. Ebenfalls im April reicht Geschäftsführer Andreas Notz sine Kündigung per Ende Juni 2012 ein. Diese wurde vom Verwaltungsrat mit dem besten Dank für den ausserordentlichen Einsatz akzeptiert.
  5. Glücklicherweise ist Raymond Picard, der Verwaltungsratspräsident, zeitlich in der Lage, die Funktion des interimistischen Geschäftsführers zusätzlich zu seinen Aufgaben als VR-Präsident zu übernehmen. Andreas Notz erklärt sich bereit, ab Juli bis auf weiteres mit einem reduzierten Pensum Aufgaben in verschiedenen anstehenden Projekten im administrativen Bereich zu übernehmen.
  6. Am 15. Oktober 2012 tritt Frau Bernadette Flükiger ein, und sie übernimmt am 1. November 2012 die Geschäftsleitung des Alters- und Pflegeheimes St. Bernhard. Frau Flükiger verfügt über viele Jahre Erfahrung im Gesundheitswesen und bereits über zehn Jahre als Heimleiterin.
  7. Auf Antrag von Bernadette Flükiger setzt der Verwaltungsrat noch im Oktober eine neue Führungsstruktur in Kraft: Geschäftsleitung B. Flükiger, ihr unterstellt fünf Kaderstellen und einzelne Stabsstellen.
  8. Die Aufgabe der Leitung des Pflegedienstes übernimmt Frau Therese Grossenbacher, eine ausgewiesene Pflegefachfrau.
  9. Gegen Ende Jahr wird der Neubau einer grossen Süd-Terrasse in Angriff genommen, ein Projekt, welches schon seit längerem in Planung ist und welches unseren Bewohnerinnen und Bewohnern bequeme kurze Spaziergänge ermöglichen wird. Die Fertigstellung wird im Jahre 2013 erfolgen.