4.Teil: Einweihung Pflegeheim ab 1974

An der ordentlichen GV demissionieren Alfred Zehnder und Dr. Peter Meier. An ihre Stelle werden gewählt: Balz Hösli und Karl Bürgi. Dr. Alfred Huser erhält die Ehrenmitgliedschaft. Ausserordentliche GV am 23. August mit Baubesichtigung. Der Vorstand wird erweitert mit Alfons Egloff, Walter Gerber und Traugott Schmid. Am 13. Oktober Einweihung des Pflegeheims. Baukosten von Fr. 3’829’898.95. Festakt im Rathaussaal mit Ansprachen von Gesundheitsdirektor, Regierungsrat Dr. Hunziker, Gemeindeammann Dr. Hess und Architekt Bandi. Rundgang und Bankett mit 90 Gästen.

Rückzug der Ordensschwestern

Was vorauszuahnen war, begann schon bald nach Eröffnung des Pflegeheimes. Die Überalterung der Menzinger-Schwestern nahm stetig zu und Ersatz stand nicht zur Diskussion. Nachwuchs in den Klöstern war spärlich, auch eine Wohlstands-erscheinung! Beinahe 7 Jahrzehnte durften wir auf die Ordensschwestern zählen. Ihre Verdienste sind ausserordentlich. Sie kannten kaum Ferien. Ihr Einsatz lag ohne Übertreibung im 24-Stundeneinsatz ohne Kompensation. Wenn es heute Haus und Verein St. Bernhard gut geht, so ist das nicht zuletzt das Verdienst der Menzinger-Schwestern. Es soll uns allen, die mit St. Bernhard in irgendeiner Weise verbunden sind , Pflicht sein, dies nie zu vergessen.

Am 5. Februar verlassen uns 3 Schwestern. Schwester Albina, Schwester Thaddea, und Schwester Cashilda. Sie werden nicht ersetzt. Nach der GV vom 19. März geht Schwester Stanislaus Locher nach 13 Jahren als verdienstvolle Oberin in den Ruhestand. Sie erhält die Ehrenmitgliedschaft. Die Nachfolge von Schwester Stanislaus tritt Schwester Gertrud Jansen an. Schon bald stellen sich Divergenzen ein. Der Haussegen unter den Ordensschwestern hängt schief. Selbst auf die Küche hat es Auswirkungen. Die Verpflegung lässt zu wünschen übrig. Es wird ein Kleinkrieg geführt nach dem System: Jede gegen jede!

Am 19. August verlässt Schwester Aegidie Knill, die Leiterin des Pflegeheimes bei Nacht und Nebel das Haus und den Orden. Wieder einmal ist Handlungsbedarf angesagt. In kurzer Zeit kann eine Leiterin aus dem Laienstand rekrutiert werden. Ende September beginnt Schwester Annemarie Friedli ihren Dienst. – Daneben doch auch noch erfreuliches: Durch eine Spende von Fr. 10 000.– der protestantischen Kirchengemeinde wird ein Hilfsfond geäufnet. Einführung einer Personalvorsorge-Stiftung bei der VESKA. Alfons Egloff übernimmt das Ressort ” Personelles”, Bernhard Huser und Karl Bürgi demissionieren.

1976

An der GV im März wird Schwester Hanni Gasser von der Spitalpflegerinnenschule in Baden in den Vorstand gewählt. Die Spannungen unter den Ordensschwestern halten an. Auch persönliche Schreiben an jede Schwester fruchten nichts. Die Lage wird unhaltbar. Am 5. Februar besprechen sich Präsident und F. X. Peter in Menzingen mit der Provinzleitung, Schwester Isabella und Frau Mutter Mechthild Sohm. Das Resultat ist negativ. Vertröstung auf Planungssitzung Ende März. Am 2. April folgt Brief aus Menzingen: Rückzug der Schwestern auf April 1977. Mit diesem Schreiben ist mindestens die Zeit der Unsicherheit vorbei. Die vollständige Umstellung auf Laienpersonal ist angesagt. Es beginnt die Suche nach einem Heimleiter-Ehepaar. Die Situation ist insofern schwierig, weil es den offiziellen Begriff des Heimleiters noch nicht gibt. Entsprechende Schulungsmöglichkeiten fehlen. Im weiteren hat die Hochkonjunktur den Stellenmarkt ausgetrocknet. Auf die Ausschreibung hin melden sich Leute aus den unterschiedlichsten Sparten, unter anderem auch ein Gefängnisdirektor. Der Entscheid fällt auf das Ehepaar Rudolf und Rosmarie Hösli aus Schwanden/ Glarus. Beide haben sich nebenberuflich mit Betagten am Wohnort beschäftigt und ihr Wunsch ist, sozusagen die Liebhaberei zum Beruf zu machen. Am 19. September ist der Anstellungsvertrag unter Dach. Am 25. Oktober verlässt uns die Küchenschwester Maria Electa. An Allerheiligen ist Arbeitsaufnahme des 1. Küchenchefs im Laienstand: H. P. Netzhammer. Für Ablösungsdienst steht uns Frau Cécile Berz-Meier vom Restaurant Bahnhof zur Seite. Am 1. Dezember werden die verbliebenen Schwestern zurückgezogen, gleichzeitig Stellenantritt des Ehepaars Hösli mit Einquartierung im ehemaligen Klausurtrakt.

1977

Nicht die Lust am Bauen und Verändern beflügelt den Vorstandsausschuss, sondern die dringende Sanierung des Altbaues ” Tröttli “. Bereits im Januar erfolgt der Auftrag an Kurt Bischof für eine Projektstudie. Gleichzeitig wird ein Vorprojekt in Auftrag gegeben für eine bessere Gartengestaltung. (Stöckli und Zulauf ). An der GV vom 11. März wird Traugott Schmid zum Präsidenten gewählt als Nachfolger von Armin Imhof. Im April liegt eine erste Studie vor, die vorsieht, im Dachgeschoss eine Heimleiterwohnung einzubauen. Die Subventionsabklärungen ergeben kein rosiges Bild, weder in Aarau, noch in Bern beim Bundesamt für Sozialversicherungen. Offenkundig ist der Bedarf an Altersheimen gedeckt. Das Gartenprojekt wie auch der Umbau Klausur wird ad acta gelegt. Bei Eingabe des Vorprojektes ist die Meinung des Gemeinderates mehrheitlich für einen Abbruch des Tröttli und an dessen Stelle ein Erweiterungsbau, passend zur Baute 1961/62. Der Vorstand wehrt sich vehement gegen dieses Ansinnen. Ende November liegen 3 Varianten vor, inklusive Abbruch. Engelbert Spörri nimmt Einsitz in den Vorstand als Vertreter der Ortsbürgergemeinde.

1978

Ausserordentliche GV am 19. Januar. Vorstand und Baukommission einigen sich für die Abbruchvariante mit 9 : 1 Stimme. Es erfolgt die Baueingabe mit Prüfung einer Lifterschliessung ab Rebbergstrasse. Ein Herr Bardorf mit 19 Mitunterzeichnern erhebt Einsprache gegen die Abbruchvariante. Die Einsprecher werden eingeladen und orientiert, dass die Bausubstanz dermassen schlecht ist, dass nur ein Abbruch in Frage kommt. Die Einsprache wird zurückgezogen. Auf den Einbau einer Heimleiterwohnung wird verzichtet. An der ordentlichen GV am 31. März tritt Pfarrer Jappert aus dem Vorstand zurück. Engelbert Spörri wird ausgeladen wegen unloyalem Verhalten St. Bernhard gegenüber.

1979

Ordentliche GV am 30. März. Definitive Beschluss-fassung für einen Neubau des Trottgebäudes für Fr. 2,2 Millionen mit Tiefenlift und unterirdischem Zugang für zusätzliche Fr. 267 000.–. Urs Egloff tritt aus dem Vorstand zurück und wird ersetzt durch Alex Mittler ( Vertreter Einwohnergemeinde ). Am 24. Mai wird die alte Trotte abgerissen und Beginn des Neubaues. Zugesicherte Baukosten-zuschüsse: Kanton Fr. 289 000.–, Ortsbürger-gemeinde Fr. 100 000.–, protestantische Kirchgemeinde Fr. 75 000.–. Am 27. Oktober ausserordentliche GV: Traugott Schmid tritt als Präsident zurück, Dr. Imhof wird erneut Präsident. Am 22. November kündigt Schwester Annemarie Friedli per 1. April 1980. Am 6. Dezember bewirbt sich Schwester Hanni Gasser als Nachfolgerin.

1980

Nach 1 1/4 Jahren möchten Hösli’s zurück in die Klausurwohnung. Der Ausbau ist mit erheblichen Kosten verbunden, doch ist die Einsicht richtig: Der Heimleiter gehört ins Haus! Am 1. Februar verunglückt Schwester Hanni Gasser tödlich bei einem Lawinenniedergang im Engadin. Durch einen Glücksfall gelingt es, Schwester Annemarie Friedli kurz vor Vertragsabschluss andernorts zurückzugewinnen. Die Hintergründe von Kündigung und Stellenbewerbung waren aus späterer Sicht nicht ganz lupenrein. Das Bundesamt für Sozialversicherung spricht uns einen Kostenbeitrag Fr. 590 000.– zu. An der GV demissionieren Dr. Alfred Huser aus Altersgründen und Dr. Eugen Rüttimann wegen beruflicher Überlastung. Am 24. September Neubau-Einweihung. Festansprache von Regierungsrat Dr. H.J. Huber, 40 Gäste zu Feier und Mittagessen.

1981

An der ordentlichen GV werden Dr. Karl Frey und Fridolin Binder neu in den Vorstand gewählt. Wegen Wegzuges demissioniert Walter Gerber, Diakon. Die Küchensanierung für Fr. 145 000.– wird beschlossen. Während dreier Wochen erfolgt die Verpflegung durch die Gemeinschaftsküche von ABB.

1982

Ordentliche GV: Neuaufnahme von Pfarrer Saam und Pfarrer Ramsperger. Demission von F. X. Peter als Finanzchef und H. Bielser als Buchhalter. Amtsübernahme durch Alfons Egloff, und damit Einzug in den Vorstandsausschuss. Franz Berz demissioniert als Aktuar, sein Nachfolger: Pfarrer Ramsperger. Baukostenabrechnung Neubau Tröttli: Fr. 2 728 971.35 . Am 5. Mai Bauabnahme durch das Bundesamt für Sozialversicherung. Der Bau erhält grosses Lob. Aussage: “Man sieht hier, dass der Pensionär im Vordergrund steht und die massgebensten Leute diese Pensionäre, wie ihre eigenen behandelt sehen wollen!”

1984

Erneut wird eine Baukommission gebildet für die Sanierung des Speisesaals. Der Auftrag geht an Architekt Franz Widmer. Am 27. Oktober wird “10 Jahre Pflegeheim” gefeiert mit einer Festansprache gehalten von Erhard Trommsdorff, Chef Spitalabteilung, GD Aarau. Tag der offenen Tür. Alex Mittler wird wieder abgelöst durch Urs Egloff.

1985

An der ordentlichen GV am 20. März kommen neu in den Vorstand die Herren Otto Bühler und Urs Imhof. Zwischen 9. Juli und 13. Dezember wird der Speisesaal umgebaut und erweitert für Totalkosten im Betrage von Fr. 1 100 063.–. Zur Weihnachtsfeier erfolgt die Wiederinbetriebnahme.

1986

Die Nachfrage nach Pflegeheimen in Gemeinde und Region ist im Steigen begriffen. Ein Gespräch in Aarau soll unsere Bereitschaft signalisieren, in Sachen Pflegebetten noch mehr zu tun. Wir wären bereit zu einer Erweiterung mit 40 – 50 zusätzlichen Betten. Selbst die Gemeinde Wettingen wäre mit unserer Sofortlösung einverstanden, auch wenn nach wie vor am eigenen Projekt gearbeitet wird. Aarau anerkennt unsere Pionierleistung auf diesem Gebiet, findet aber die Relation zwischen Altersheim- und Pflegebetten ungünstig. Die Belegärzte unseres Hauses sind zu einem Nachtessen eingeladen.

1987

Unsere Baufreudigkeit scheint nicht zu bremsen. Im Erdgeschoss des Tröttli wird ein Coiffeursalon eingebaut. Die Hauskapelle wird umgestaltet, die Rollstuhl-gängigkeit verbessert und eine neue Hausorgel installiert. Die Sanierungskosten von Fr. 72 000.– werden getragen von einer Vergabung im Testament von Frau Martha Kressig- Wyrsch. Ein Gottesdienst nach der GV gedenkt der Spenderin und erfreut den Vorstand über die gelungene Renovation. An der GV selbst werden Franz Berz und F. X. Peter zu Ehren-mitgliedern ernannt.

In diesem Zusammenhang scheint es angebracht zu sein, beiden Herren den herzlichsten Dank auszusprechen für den grossen Einsatz über Jahre für St. Bernhard.

1988

An der ordentlichen GV wird Albert Brühlmeier in den Vorstand gewählt. Pfarrer Ramsperger demissioniert als Aktuar. Urs Imhof übernimmt dieses Amt. Mitte Jahr verlässt uns unser 1. Küchenchef H. Netzhammer, nach 11 Dienstjahren. Am 1. August tritt Kurt Engl seinen Dienst an, vormals Küchenchef im Hotel Zwyssighof.

Heimleiterwechsel

Nach Spannungen innerhalb des Kaders und der Angestellten und auch mit dem leitenden Ausschuss kommt es zum Bruch mit dem Heimleiterpaar Herr und Frau Hösli, die uns am 31. Juli kündigen auf den 31. Januar 1989. Mitte September erfolgt die Wahl eines neuen Heimleiterehepaar, Herr und Frau Hosp, bisher Leiter des Altersheimes Spitz in Kloten.

1989

Am 10. Januar verabschiedet sich der Ausschuss von Herr und Frau Hösli. Man trennt sich in Frieden und wünscht sich gegenseitig das Beste. Am 1. März Dienstantritt von Herr und Frau Hosp. An der GV liegt der 1. Teil der Vereinsgeschichte auf, verfasst von Sales Zehnder, dem bei dieser Gelegenheit die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt wird. Am 21. September sind alle Fraktionschefs des Einwohnerrats zu Gast für Besichtigung und Nachtessen. Erstmals erhalten wir von der Gemeinde einen Pflegekostenbeitrag für Wettinger-Einwohner im Betrage Fr. 6.– pro Tag. Jahrelanges Bemühen um diesen finanziellen Zustupf kommt endlich zum Tragen, nachdem auch der Kanton die Gemeinden anmahnte, die Beihilfe an die Pflegekosten sei kommunale Angelegenheit. Bei der Wahl des neuen Heimleiterehepaares scheinen wir keine glückliche Hand bewiesen zu haben. Anscheinend gute Referenzen lassen eher auf eine Weg-Beförderung hinweisen. Der Einsatz ist ungenügend, die Spannungen eskalieren. Gute Angestellte drohen mit Kündigung. Aussprache mit Personaldelegationen von Alters- und Pflegeheim am 29. November und 8. Dezember ergeben ein unerfreuliches Bild. Einmal mehr ist Handlungsbedarf angesagt. Der Ausschuss tagt in Permanenz.

 
 
 
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